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ber dir! die Stadt ist gefallen!" Aber sie konnte nicht vollenden: ein Lanzenstoss durchbohrte ihre Brust. "Miriam!" schrie Totila entsetzt und riss sein Pferd zurueck. Doch Thorismuth, der laengst Argwohn geschoepft, zerhieb, rasch entschlossen, mit dem Schwert, durch das Gitter hindurch, das haltende Seil, an dem das Thor auf und nieder ging, dass es droehnend vor Totila niederschlug. Ein Hagel von Speeren und Pfeilen fuhr durch das Gitter. "Auf das Gitter! Hinaus auf sie!" rief Johannes von innen: aber Totila wich nicht. "Miriam, Miriam," rief er im tiefsten Schmerz. Da schlug sie nochmal die Augen auf, mit einem brechenden, von Liebe und Schmerz verklaerten Blick: - dieser Blick sagte alles: er drang tief in Totilas Herz. "Fuer dich!" hauchte sie und fiel zurueck. - Da vergass er Neapolis und die Todesgefahr. "Miriam," rief er nochmals, beide Haende gegen sie ausbreitend. - Da streifte ein Pfeil den Bug seines Pferdes, blitzschnell prallte das edle Tier hochbaeumend zurueck. Das Fallgitter fing an, sich zu heben: da fasste Thorismuth nach Totilas Zuegel, riss das Pferd herum und gab ihm einen Schlag mit der flachen Klinge, dass es hinwegschoss. "Auf und davon, Herr," rief er, "ja, sie muessen flink sein, die uns einholen." Und brausend sprengten die Reiter auf der Via Capuana den Weg zurueck, den sie gekommen; nicht weit verfolgte sie Johannes, im Dunkel der Nacht und des Wegs unkundig. Bald begegnete ihnen die heranziehende Besatzung vom Kastell Aurelians: auf einem Huegel machten sie Halt, von wo man die Stadt mit ihren Zinnen, in dem Schein der byzantinischen Wachtfeuer auf den Waellen, liegen sah. Erst jetzt raffte sich Totila aus seinem Schmerz, aus seiner Betaeubung auf. "Uliaris!" seufzte er, "Miriam!" "Neapolis, - wir sehen uns wieder." Und er winkte zum Aufbruch gen Rom. Aber von Stund an war ein Schatte gefallen in des jungen Goten Seele: mit dem heiligen Recht des Schmerzes hatte sich Miriam in sein Herz gegraben fuer immerdar. Als Johannes mit den Reitern von seiner fruchtlosen Verfolgung heimkehrte, rief er, vom Pferde springend, mit wuetiger Stimme: "Wo ist die Dirne, die ihn gewarnt? Werft sie vor die Hunde." Und er eilte zu Belisar, das Missgeschick zu melden. Aber niemand wusste zu sagen, wohin der schoene Leichnam geraten. Die Rosse haetten sie zertreten, meinte die Menge. Aber einer wusste es besser: Garizo, der Bajuvare. Der hatte sie im Tumult sachte, wie ein schlafend Kind, a
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