FREE BOOKS

Author's List




PREV.   NEXT  
|<   74   75   76   77   78   79   80   81   82   83   84   85   86   87   88   89   90   91   92   93   94   95   96   97   98  
99   100   101   102   103   104   105   106   107   108   109   110   111   112   113   114   115   116   117   118   119   120   121   122   123   >>   >|  
auf des Papstes, bald auf Belisars Gesicht, an deren Spannung sich weidend. "Ja, noch mehr. Ich habe die Urkunde viele Tage lang mit feindselig forschenden Augen, mit Zuziehung noch schaerferer Juristen, als ich es leider nur bin, - so meines jungen Freundes Salvius Julianus, - bis auf jeden Buchstaben nach ihrer formellen Gueltigkeit geprueft. Vergebens. - Selbst der Scharfsinn meines verehrten und gelehrten Freundes Scaevola koennte keinen Mangel herausinterpretieren. Alle Formen des Rechts, alle Klauseln hoechster unanfechtbarer Sicherheit sind in der Schenkungsakte haarscharf gewahrt; und in der That: ich haette den Protonotarius des Kaisers Constantin kennen moegen, er muss ein Jurist ersten Ranges gewesen sein." Er hielt inne: - hoehnisch ruhte sein Auge auf dem Antlitz des Silverius, der sich den Schweiss von den Schlaefen wischte. "Also," fragte Belisar in hoechster Aufregung: "die Urkunde ist formell ganz richtig - daher beweiskraeftig?" "Jawohl!" seufzte Cethegus, "die Schenkung ist in ganz makelloser Ordnung. Schade nur, dass ... -" "Nun?" unterbrach Belisar. "Schade nur, dass sie falsch ist." Da flog ein Schrei von allen Lippen. Belisar, Antonina sprangen auf, alle Anwesenden traten einen Schritt naeher zu dem Praefekten. Nur Silverius wankte einen Schritt zurueck. "Falsch?" fragte Belisar mit einem Ruf, der wie ein Jubel klang. "Praefekt, - Freund, - kannst du das beweisen?" "Sonst haette ich mich gehuetet es zu behaupten. Das Pergament, auf das die Schenkung geschrieben ist, zeigt alle Spuren eines hohen Alters: Brueche, Wurmstiche, Flecken jeder Art, - alles, was man von Ehrwuerdigkeit verlangen kann, - so dass es manchmal sogar schwierig ist, die Buchstaben zu erkennen. Gleichwohl stellt sich die Urkunde nur so alt; mit so grossem Aufwand von Kunst, als manche Frauen sich den Schein der Jugend geben, luegt sie die Heiligkeit des Alters. Es ist echtes Pergament aus der alten, von Constantin begruendeten, noch heute bestehenden kaiserlichen Pergamentfabrik zu Byzanz." "Zur Sache," rief Belisar. "Aber es ist wohl nicht jedem bekannt, - und es scheint auch leider dem heiligen Bischof entgangen zu sein! - dass bei diesen Pergamenten ganz unten - links, am Rande - durch Stempelschlag das Jahr der Fertigung durch Angabe der Jahreskonsuln in allerdings kaum wahrnehmbaren Buchstaben bezeichnet wird. Nun gieb wohl acht, o Feldherr! Die Urkunde will, wie sie im Texte sagt, gefertigt sein im
PREV.   NEXT  
|<   74   75   76   77   78   79   80   81   82   83   84   85   86   87   88   89   90   91   92   93   94   95   96   97   98  
99   100   101   102   103   104   105   106   107   108   109   110   111   112   113   114   115   116   117   118   119   120   121   122   123   >>   >|  



Top keywords:

Belisar

 
Urkunde
 
Buchstaben
 

haette

 
Constantin
 
hoechster
 
Schenkung
 

Alters

 

Pergament

 

fragte


Schade
 
Schritt
 

Silverius

 
leider
 
meines
 

Freundes

 
stellt
 

Gleichwohl

 

grossem

 

Freund


erkennen

 

schwierig

 

manchmal

 

kannst

 

Aufwand

 

Heiligkeit

 

echtes

 
Jugend
 
manche
 

Frauen


Praefekt

 

Schein

 
verlangen
 

Ehrwuerdigkeit

 

geschrieben

 

Spuren

 

behaupten

 

gehuetet

 

beweisen

 
Gesicht

Brueche

 

Wurmstiche

 

Flecken

 

Jahreskonsuln

 
Angabe
 

allerdings

 

wahrnehmbaren

 

Fertigung

 

Stempelschlag

 

bezeichnet