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eltthuer hinaus. "Den Tacitus?" "Ja Freund, vom Livius haben wir jetzt genug getrunken. Du musst wissen: ich nenne meine Weine je nach ihrer geschichtlichen Eigenart. - Zum Beispiel dieses laermende Stueck Weltgeschichte, das wir hier auffuehren, dieser Gotenkrieg ist ganz gegen meinen Geschmack: Narses hat ganz recht, erst sollten wir die Perser abwehren, eh wir die Goten angreifen." "Narses! was treibt mein kluger Freund?" "Er beneidet Belisar und laesst sich's selbst nicht merken. Ausserdem macht er Kriegs- und Schlachtenplaene. Ich wette, er hatte Italien schon erobert ehe wir landeten." "Du bist nicht sein Freund. Er ist doch ein hoher Geist. Warum ziehst du Belisar vor?" "Das will ich dir sagen," sprach Prokop, den Tacitus einschenkend. "Mein Unglueck ist, dass ich nicht Geschichtschreiber Alexanders oder Scipios geworden. Mein ganzes Herz sehnt sich, seit ich der Philosophie - und Theologie! - genesen, nach Menschen, nach dem vollen ganzen Menschen, mit Fleisch und Blut. Da widern mich diese spindelduerren Kaiser und Bischoefe und Feldherrn an, die alles mit dem Verstand erkluegeln; wir sind ein verkrueppeltes Geschlecht geworden: die Heroenzeit liegt hinter uns! Nur Belisarius, der Biedre, ist noch ein Heros, wie aus der alten Zeit. Er koennte mit Agamemnon vor Troja liegen. Er ist nicht dumm; er hat Verstand; aber nur den Naturverstand des edeln, wilden Tieres zu seinem Beutefang, zu seinem Handwerk. Belisars Handwerk nun ist die Heldenschaft! Und ich habe meine Freude an seiner breiten Brust und seinen blitzenden Augen und den maechtigen Schenkeln, mit denen er die staerksten Hengste zwingt. Und mich freut's, wenn ihm manchmal die blinde Lust, dreinzuschlagen, durch alle seine Feldherrnplaene braust. Mich freut's, wenn ich ihn in der Schlacht mitten unter die Feinde jagen sehe und kaempfen, wie ein schaeumender Eber haut. Freilich, sagen darf ich's ihm nicht, dass mir das gefaellt; denn sonst waer's nicht auszuhalten: in drei Tagen waer' er in Stuecke gehauen. Im Gegenteil; ich halte ihn zurueck: ich bin sein Verstand, wie er mich nennt. Und er laesst sich meine Verstaendigkeit gefallen, weil er weiss, dass sie nicht Feigheit ist. Hab' ich ihn doch mehr als einmal mit meiner Laienklugheit aus einer Verlegenheit ziehen muessen, in die ihn der Trotz seines Heldentums gebracht! Die lustigste dieser Geschichten ist die von Horn und Tuba." "Welche von beiden blaesest du, o mein Prokopius?" "Ke
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