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Mataswintha eifrig.
"Nun," antwortete Guntharis zornig, "jetzt magst du's erfahren: es ist
doch nicht mehr zu bergen: Graf Witichis von Faesulae."
"Witichis!" hauchte Mataswintha mit leuchtenden Augen und hochaufatmend.
"Ja! ihn haben die Rebellen von Regeta, das Recht des Adels vergessend,
zum Koenig der Goten erhoben."
"Er! er mein Koenig!" sprach Mataswintha wie im Traume.
"Ich haette dir's gesagt, schon da ich dich als Koenigin begruesste; aber in
deinem Gemach stand seine Marmorbueste, bekraenzt. Das war mir verdaechtig.
Spaeter sah ich's: es war ein Zufall: es ist ein Areskopf."
Mataswintha schwieg und suchte die gluehende Roete zu verbergen, die ihr
Antlitz ueberflog.
"Nun," rief Arahad, "was ist zu thun?"
"Wir muessen fort. Wir muessen ihm zuvorkommen in Ravenna. Florentia, die
Feste, haelt ihn eine Weile auf: indessen gewinnen wir Ravenna und wenn du
Beilager gehalten in der Burg Theoderichs mit dessen Enkelin, ist alles
Volk der Goten unser. Auf, Koenigin! Ich lasse deinen Wagen schirren: in
einer Stunde gehst du nach Ravenna in der Mitte unsrer Scharen." Und die
Brueder eilten hinweg.
Blitzenden Auges sah ihnen Mataswintha nach:
"Ja, fuehrt mich fort, gefangen und gebunden; wie der Adler aus der Hoehe
wird mein Koenig auf euch niederstossen und mich retten aus eurer Gewalt.
Komm, Aspa, der Befreier naht."
Zehntes Kapitel.
Kaum hatten die Goten den Mauern Roms den Ruecken gewendet, so berief Papst
Silverius - es war am Tage nach seinem Eide - die Spitzen der
Priesterschaft, des Adels, der Beamten und der Buergerschaft der Stadt in
die Thermen des Caracalla zu einer Beratung ueber Heil und Gedeihen der
Stadt des heiligen Petrus. Auch Cethegus war geladen und erschienen.
Mit Unbefangenheit stellte Silverius darauf den Antrag, da endlich die
Stunde gekommen sei, das Joch der Ketzer abzuwerfen, eine Gesandtschaft an
Belisarius, den Feldherrn des rechtglaeubigen Kaisers Justinian, des einzig
rechtmaessigen Herrn Italiens, abzuordnen, ihm die Schluessel der ewigen
Stadt zu ueberreichen und ihm und seinem Heere den Schutz der Kirche und
der Glaeubigen gegen die Rache der Barbaren zu empfehlen.
Den Gewissenszweifel eines noch sehr jungen Priesters und eines ehrlichen
Schmiedemeisters wegen des gestern geleisteten Eides beseitigte er
laechelnden Mundes mit der Berufung auf seine apostolische Macht, wie zu
binden, so zu loesen: und auf die offenbare Gewal
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