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nd Treiben, ihre Leidenschaften, ihre Tugenden und Frevel eigentlich doch viel anziehender und denkwuerdiger seien als alle Formeln und Figuren heidnischer Logik - von der christlichen Logik vollends zu schweigen! Und wie ich nach Ephesos gelangte und durch die Strassen schlenderte, kam ploetzlich ueber mich eine wunderbare Erleuchtung. Denn ich wandelte ueber einen grossen Platz: da stand vor mir die Kirche des heiligen Geistes: und war erbaut auf den Truemmern des alten Dianatempels. Und zur Linken stand ein zerfallner Altar der Isis und zur Rechten ragte das Bethaus der Juden. Da ergriff mich ploetzlich der Gedanke: "Die alle glaubten und glauben nun steif und fest, sie allein wuessten das Rechte von dem hoechsten Wesen. Und das ist doch unmoeglich: das hoechste Wesen hat, wie es scheint, gar kein Beduerfnis, von uns erkannt zu werden - ich haette es auch nicht, an seiner Statt! - und es hat die Menschen geschaffen, dass sie leben, tuechtig handeln und sich wacker umtreiben auf Erden. Und dies Leben, Handeln, Geniessen und Sichumtreiben ist eigentlich alles, worauf es ankoemmt. Und wenn einer forschen und denken will, so soll er der Menschen Leben und Treiben erforschen." Und wie ich so stand und sann, da schmetterten Trompeten: ein glaenzender Reiterzug trabte heran: an seiner Spitze ein herrlicher Mann auf einem Rotscheck, schoen und stark wie der Kriegsgott. Und ihre Waffen blitzten und die Fahnen flogen und die Roesslein sprangen. Und ich dachte mir: "Die wissen, warum sie leben: und brauchen keinen Philosophen darum zu fragen." Und wie ich mit verwunderten Augen den Reitern zusah, schlug mich ein Buerger von Ephesos auf die Schulter und sprach: "Ihr scheint nicht zu wissen, wer das war, und wohin sie ziehen? Das ist der Held Belisarius, der zieht in den Perserkrieg." - "Gut," sagte ich, "Freund! Und ich ziehe mit!" Und so geschah's zur selben Stunde. Und Belisarius bestellte mich bald zu seinem Rechtsrat und Geheimschreiber. Und seither habe ich einen doppelten Beruf: bei Tage mach' ich Weltgeschichte oder helfe sie machen: und bei Nacht schreibe ich Weltgeschichte." - "Und welches ist deine bessere Arbeit?" - "Freund, leider das Schreiben! Und das Schreiben waere noch besser, wenn die Geschichte besser waere. Denn ich bin meistens gar nicht einverstanden mit dem was wir thun: und thu's nur mit, weil's doch besser ist, als gar nichts thun oder philosophieren. Bringe den Tacitus, Sklave!" rief er zur Z
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