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ohne weiteres dem Eindringling an die Gurgel springen zu wollen. Aber kaum stand das grimmige Tier vor dem Zaun, dem Alten gegenueber, so verwandelte sich seine Wut ploetzlich in Freude: sein Bellen verstummte und wedelnd sprang er an dem Alten hinan, der nun ganz gemuetlich herein stieg. "Ja, Thursa, treues Tier, wir halten noch zusammen," sagte er. - - "Nun sage mir, kleiner Mann, wie heisst du?" - "Athalwin heiss' ich," versetzte dieser, scheu zuruecktretend, "du aber, - ich glaube, du hast den Hund behext - wie heisst du?" - "Ich heisse wie du," sagte der Alte freundlicher. "Und das ist huebsch von dir, dass du heissest wie ich. Sei nur ruhig, ich bin kein Raeuber! fuehr' mich zu deiner Mutter, dass ich ihr sage, wie tapfer du deine Hofwehr verteidigt hast." Und so schritten die beiden Gegner friedlich in die Halle, Thursa bellte freudig springend voran. Das korinthische Atrium der Roemervilla mit seinen Saeulenreihen an den vier Waenden hatte die gotische Hausfrau mit leichter Aenderung in die grosse Halle des germanischen Hofbaues verwandelt. In Abwesenheit des Hausherrn war sie zu festlicher Bewirtung nicht bestimmt und Rauthgundis hatte fuer diese Zeit ihre Maegde aus der Frauenkammer hierher versetzt. In langer Reihe sassen rechts die gotischen Maegde mit sausender Spule; ihnen gegenueber einige roemische Sklavinnen mit feineren Arbeiten beschaeftigt. In der Mitte der Halle schritt Rauthgundis auf und nieder und liess selbst die flinke Spule auf dem glatten Mosaik des Estrichs tanzen, aber dabei auch nach rechts und links stets die wachen Blicke gleiten. Das kornblumenblaue Kleid von selbstgewirktem Stoff war ueber die Knie heraufgeschuerzt und hing gebauscht ueber den Gurt von staehlernen Ringen, der ihren einzigen Schmuck, ein Buendel von Schluesseln, trug. Das dunkelblonde Haar war rings an Stirn und Schlaefen zurueckgekaemmt und am Hinterkopf in einen einfachen Knoten geschuerzt. Es lag viel schlichte Wuerde in der Gestalt, wie sie mit ernst pruefendem Blick auf und nieder schritt. Sie trat zu der juengsten der gotischen Maegde, die zu unterst in der Reihe sass und beugte sich zu ihr. "Brav, Liuta," sprach sie, "dein Faden ist glatt und du hast heut' nicht so oft aufgesehen nach der Thuer wie sonst. Freilich," fuegte sie laechelnd hinzu - "es ist jetzt kein Verdienst, da doch kein Wachis zur Thuer hereinkommen kann." Die junge Magd erroetete. Rauthgundis legte die Hand auf ihr glattes Haar: "Ich we
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