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es, welche die ausgedehnten
Werke gegen ein Heer von vierzigtausend Byzantinern und Italiern
verteidigen sollten.
Graf Uliaris, der Befehlshaber der Stadt, war ein tapfrer Mann und hatte
bei seinem Bart geschworen, die Feste nicht zu uebergeben. Aber auch er
haette der ueberlegnen Macht und Feldherrnkunst Belisars wohl nicht lange
widerstehen koennen, waere nicht ein gluecklicher Umstand ihm zu Hilfe
gekommen. Das war die unzeitige Rueckkehr der griechischen Flotte nach
Byzanz. Als naemlich Belisar, nachdem er sein gelandetes Heer in Regium
eine Nacht geruht und gemustert hatte, den allgemeinen Aufbruch mit der
Land- und Seemacht gegen Neapolis befahl, sandte ihm sein Nauarchos Konon
einen bisher geheim gehaltnen Auftrag des Kaisers, wonach die Flotte
sofort nach der Landung nach Nikopolis an der griechischen Kueste
zuruecksegeln solle, angeblich, neue Verstaerkungen herueberzuholen, in
Wahrheit aber nur, den Prinzen Germanus, Justinians Neffen, mit den
kaiserlichen Lanzentraegern nach Italien zu fuehren, der die Siegesschritte
Belisars beobachten, ueberwachen, noetigenfalls hemmen und, als
Oberfeldherr, die Interessen des kaiserlichen Misstrauens gegen den
Unterfeldherrn Belisar wahren sollte. Zaehneknirschend musste Belisar seine
Flotte im Augenblick, da er ihrer am meisten bedurfte, absegeln sehen: und
nur mit vielen Bitten erlangte er, dass ihm der Nauarch vier Kriegstrieren,
die noch bei Sicilien kreuzten, zu senden versprach.
So hatte denn Belisar, als er sich anschickte Neapolis zu belagern, die
Stadt zwar von Nordost, Ost und Suedost mit seiner Landmacht eng
einschliessen koennen: - den Westen, die Strasse nach Rom, durch Castellum
Tiberii gedeckt, hielt Graf Uliaris mit hoechster Kraft frei: - aber den
Hafen von Neapolis und seine Verbindung mit der See hatte er nicht zu
sperren vermocht.
Anfangs zwar troestete er sich damit, dass ja auch die Belagerten keine
Flotte haetten und also von ihrer Verbindung mit dem Meer nicht eben viel
Vorteil wuerden ziehen koennen. Aber hier trat ihm zuerst die Begabung und
die Kuehnheit eines Gegners in den Weg, den er spaeter noch mehr fuerchten
lernen sollte. Das war Totila. Kaum hatte dieser Neapolis erreicht, der
Leiche des alten Valerius mit Julius die letzte Ehre erwiesen und die
ersten Thraenen Valerias getrocknet, als er mit rastloser Thaetigkeit an der
Aufgabe arbeitete, eine Flotte aus dem Nichts zu schaffen.
Er war Befehlshaber des Geschwaders von Neapolis: ab
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