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nst den Brauch, du spinnst eine Spule mehr, - ihr andern macht Feierabend. Komm, Vater! Liuta, ruest' ein laues Bad und Fleisch und Wein. -" "Nein!" sprach der Vater, "der alte Bauer hat am Berg auch nur Bad und Trunk am Wasserfall. Und was das Essen anlangt, - draussen, vor'm Hinterzaun, am Grenzpfahl, liegt mein Rucksack, den holt mir: da hab ich mein Speltbrot und meinen Schafkaese, den bringt mir. - Wieviel habt ihr Rinder im Stall und Rosse auf der Weide?" Es war seine erste Frage. - Eine Stunde darauf - schon war es dunkel geworden und der kleine Athalwin war kopfschuettelnd ueber den Grossvater zu Bett gegangen, - da wandelten Vater und Tochter beim Licht des aufgehenden Mondes ins Freie. "Ich hab' nicht Luft genug da drinnen," hatte der Alte gesagt. Sie sprachen viel und ernst, wie sie durch den Hof und durch den Garten schritten. Mitten drein warf der Alte immer wieder Fragen nach ihrer Wirtschaft auf, wie sie ihm Geraet oder Gebaeude nahe legten: und in seinem Ton lag keine Zaertlichkeit: nur manchmal in dem Blick, der verstohlen sein Kind musterte. "Lass doch endlich Roggen und Rosse," laechelte Rauthgundis, "und sage mir, wie's dir gegangen ist die langen Jahre? Und was dich endlich einmal herabgefuehrt hat von den Bergen zu deinen Kindern?" - "Wie's mir gegangen? Nun: halt einsam, einsam! Und kalte Winter! Ja, bei uns ist's nicht so huebsch warm, wie hier im Welschthale." Und er sagte das wie einen Vorwurf. "Und warum ich herunter bin? Ja sieh, letztes Jahr hat sich der Zuchtstier zerfallen auf dem Firnjoch. Und da wollt' ich mir einen andern kaufen hier unten." Da hielt sich Rauthgundis nicht laenger: mit warmer Liebe warf sie sich an des Alten Brust und rief: "Und den Zuchtstier hast du nicht naeher gefunden als hier? Luege doch nicht, Steinbauer, gegen dein eigen Herz und dein eigen Kind. Du bist gekommen, weil du gemusst, weil du's doch endlich nicht mehr ausgehalten vor Heimweh nach deinem Kinde." Der Alte blieb stehen und streichelte ihr Haar: "Woher du's nur weisst! Nun ja! ich musste doch mal selbst sehen, wie's um dich steht und wie er dich haelt, der Herr Gotengraf." "Wie seinen Augapfel," sprach das Weib selig. - "So? und warum ist er denn nicht daheim bei Hof und Haus und Weib und Kind?" - "Er steht beim Heer in des Koenigs Dienst." "Ja, das ist's ja eben. Was braucht er einen Dienst und einen Koenig? Doch - sage: warum traegst du keinen goldnen Armreif? Ein Gotenweib aus dem We
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