|
itt, das Ross eines Usbeck, wieherte und trabte auf ihn zu.
Sein Reiter lief ihm nach, es zurueck zu fuehren, als er aber beim ersten
schwachen Tagesgrauen ein unerwartetes Schattenbild bemerkte, rief er
laut:
"Achtung!"
Auf diesen Ruf erhob sich die ganze Mannschaft des Bivouaks und stuerzte
hervor auf die Strasse.
Michael Strogoff hatte sich nur in den Sattel zu schwingen und im Galop
davon zu jagen.
Die beiden Officiere des Detachements hatten sich an die Spitze ihrer
Leute gestellt und trieben diese an, sich schnell fertig zu machen.
Jetzt sass Michael Strogoff schon auf dem Pferde.
Da krachte ein Schuss und eine Kugel durchloecherte den Mantel des Couriers.
Ohne den Kopf zu wenden und ohne den Angriff zu erwidern, gab er beide
Sporen, erreichte mit einem kuehnen Sprunge vom Waldrande aus die Strasse
und jagte mit verhaengtem Zuegel in der Richtung nach dem Obi davon.
Die usbeckischen Pferde waren abgezaeumt worden, er musste also vor den
Reitern des Detachements einigen Vorsprung gewinnen koennen; freilich
beeilten auch diese sich, ihm nachzusetzen, und wirklich hoerte er, kaum
zwei Minuten nachdem er das Hoelzchen verlassen, die schnellen Tritte
mehrerer Pferde, welche ihm nach und nach naeher kamen.
Schon begann es im Osten zu tagen und deutlicher traten in einem weiteren
Umkreise alle Gegenstaende hervor.
Michael Strogoff sah, als er sich einmal umwendete, dass ein Reiter ihn
besonders schnell einzuholen drohte.
Es war der Deh-Baschi. Dieser vorzueglich berittene Officier sprengte der
ganzen Abtheilung voraus und musste den Fluechtling bald erreichen.
Ohne anzuhalten schlug Michael Strogoff mit gewohnter sicherer Hand den
Revolver auf ihn an, zielte einen Augenblick, und mitten in die Brust
getroffen sank der Officier vom Pferde.
Aber die andern Reiter folgten ihm auf dem Fusse nach, und ohne sich wegen
ihres gefallenen Fuehrers aufzuhalten, sausten sie unter wildem
Rachegeschrei, die Sporen fest in die Flanken der Pferde gedrueckt, weiter,
und mehr und mehr verminderte sich die Distanz zwischen ihnen und Michael
Strogoff.
Etwa eine halbe Stunde lang vermochte sich Letzterer ausserhalb der
Tragweite ihrer Schiesswaffen zu halten, aber er bemerkte leider, dass die
Kraefte seines Pferdes nun zu Ende gingen, und fuerchtete mit Recht, dass
dieses, wenn es gegen irgend ein Hinderniss stiesse, stuerzen wuerde, um nicht
wieder aufzustehen.
Jetzt war es schon ziemlich tageshell geworde
|