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Eine Handbewegung, ein Wort von ihm
haette wohl hingereicht, ein blutiges Strafgericht in Scene zu setzen. Er
hielt sich aber zurueck in jener Isolirtheit, welche zum Theil die Majestaet
der orientalischen Fuersten erhaelt. Man bewundert Den, der sich nicht
zeigt, und fuerchtet ihn mehr.
Die Gefangenen selbst wurden in einer Umzaeunung eingepfercht, wo sie
misshandelt, nur nothduerftig ernaehrt und allen verderblichen Einfluessen des
Klimas ausgesetzt, der Entscheidung Feofar's entgegen harrten.
Der gelehrigste von Allen, wenn auch nicht der geduldigste, war gewiss
Michael Strogoff. Er liess sich gern fuehren, denn man fuehrte ihn dahin,
wohin er selbst wollte, und das in verhaeltnissmaessiger Sicherheit, die er,
frei und allein reisend, auf dem Wege von Kolyvan nach Tomsk nie haette
finden koennen. Eine Flucht vor Erreichung letzterer Stadt haette ihn
unzweifelhaft in die Haende der Plaenkler zurueck geliefert, welche die
umgebende Steppe durchschwaermten. Die oestlichste, von den Schaaren der
Meuterer zur Zeit besetzte Linie lag nicht ueber dem zweiundachtzigsten
Meridian, welcher Tomsk durchschneidet, hinaus. Nach Ueberschreitung
dieses Meridianes durfte Michael Strogoff darauf rechnen, sich ausserhalb
des von Feinden ueberschwemmten Gebietes zu befinden, den Yenisei gefahrlos
zu passiren und Krasnojarsk zu erreichen, bevor Feofar-Khan auch diese
Provinz besetzte.
"Einmal in Tomsk, wiederholte er sich manchmal, um einige Regung seiner
Ungeduld, deren er nicht voellig Meister werden konnte, zu unterdruecken,
werde ich binnen wenigen Minuten ueber die Vorpostenkette hinaus sein, und
zwoelf Stunden vor Feofar, zwoelf Stunden nur vor Ogareff voraus zu sein,
das genuegt mir, um ihnen nach Irkutsk zuvor zu kommen!"
Was Michael Strogoff am meisten fuerchtete und wohl auch fuerchten musste,
das war die Anwesenheit Iwan Ogareff's in dem tartarischen Lager.
Abgesehen von der Gefahr, erkannt zu werden, verrieth ihm ein gewisser
Instinct, dass es fuer ihn von besonderer Wichtigkeit sei, gerade diesem
Verraether zuvor zu kommen. Er sah auch recht wohl ein, dass durch die
Vereinigung der Heeresabtheilungen Iwan Ogareff's und Feofar-Khan's die
feindliche Armee nun vollzaehlig wurde und mit aller Macht nach der
ostsibirischen Hauptstadt zu aufbrechen werde. Eben diese Aussicht erregte
in ihm aber die schwersten Befuerchtungen, und aufmerksam lauschte er auf
jeden schmetternden Trompetenstoss, ob dieser etwa das Eintreffen jene
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