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ach den letzten Berichten,
die der Courier des Czaar vernommen hatte, noch nicht in den Haenden der
Eindringlinge sein. Die in zwei Colonnen einherziehenden Tartarenhaufen
hatten sich links nach Omsk, rechts nach Tomsk gewendet, das Land in der
Mitte aber frei liegen lassen.
Das einfache und logische Project, das Michael Strogoff entwarf, bestand
darin, Kolywan vor den usbeckischen Reitern, die dem linken Ufer des
Flusses folgten, zu erreichen. Dort wollte er sich, und waere es auch um
den zehnfachen Preis, Kleider und ein Pferd verschaffen und den Weg nach
Irkutsk durch die innere Steppe wieder einschlagen. Es war drei Uhr
Morgens. Die zur Zeit noch ganz ruhigen Umgebungen von Kolywan schienen
vollkommen verlassen. Offenbar hatte sich die Landbevoelkerung auf der
Flucht vor dem Einfall, dem sie keinen Widerstand entgegen zu setzen
vermochte, mehr nach Norden in das Gouvernement Jeniseisk zurueckgezogen.
Michael Strogoff wandte sich demnach raschen Schrittes nach Kolywan, als
entfernte Detonationen an sein Ohr schlugen.
Er stand still und unterschied deutlich ein dumpfes Rollen, welches die
Luftschichten erschuetterte, und dazu ein trockenes Knattern, ueber dessen
Natur er sich nicht taeuschen konnte.
"Das ist Kanonendonner! Das ist Gewehrfeuer! sprach er fuer sich. Das
kleine russische Corps ist also mit der Tartarenarmee zusammengetroffen! O
gebe der Himmel, dass ich vor ihnen in Kolywan ankomme!"
Michael Strogoff taeuschte sich nicht. Bald wurden die Detonationen
deutlicher, und weiter rueckwaerts, links von Kolywan, lagerten sich weisse
Daempfe unten am Horizonte, keine Rauchwolken, sondern jene dichten, scharf
abgegrenzten Dampfwolken, wie sie das Feuer der Artillerie erzeugt.
Am linken Ufer des Obi hatten die usbeckischen Reiter Halt gemacht, um den
Ausgang der Schlacht abzuwarten.
Von dieser Seite hatte Michael Strogoff also nichts zu fuerchten und
beeilte deshalb seinen Marsch nach der Stadt.
Inzwischen wurde der Kanonendonner staerker und naeherte sich merklich. Es
war kein verschwimmendes Rollen mehr, sondern eine Folge deutlich
unterscheidbarer Donnerschlaege. Gleichzeitig erhob sich der vom Winde
entfuehrte Dampf in die Luft, und man erkannte, dass die Kaempfer im Sueden
offenbar an Terrain gewannen. Kolywan war somit einem Angriff von der
Westseite ausgesetzt. Vertheidigten es aber die Russen gegen die
Tartarenhorden oder suchten sie es den Soldaten des Feofar-Khan wieder zu
entreissen? Das
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