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idnen Hemd umschloss, mit ovalen kirschrothen Atlasmuetzen mit
gleichfarbenen Fransen; neben ihnen auch jene herrlichen Typen von Frauen
aus der Mandschurei, coquett mit kuenstlichen Blumen coiffirt, welche
reizende Haeubchen, durch goldene Nadeln befestigt, auf den pechschwarzen
Haaren trugen. Ausser diesen Allen aber noch Mongolen, Bukharier, Perser,
Chinesen aus Turkestan, welche sich unter die zu dem tartarischen Feste
Geladenen mischten.
Nur die Sibirier fehlten unter diesem Schwarme von Feinden. Wer von ihnen
nicht hatte fliehen koennen, hielt sich im Hause auf, aus Furcht, dass
Feofar-Khan noch, zum wuerdigen Schluss dieser Siegesfestlichkeit, einen
Befehl zum Pluendern ergehen lassen koenne.
Um vier Uhr erst hielt der Emir seinen Einzug auf den Festplatz, begleitet
von lustigen Fanfaren, Tamtamschlaegen, von Kanonen- und Gewehrsalven.
Feofar ritt sein Lieblingsross, an dessen Kopfe eine Aigrette von Diamanten
funkelte. Er erschien in seinem Kriegeranzuge. Ihm zur Seite marschirten
die Khans von Khokhand und Kunduz, die Grosswuerdentraeger des Khanates und
als Gefolge ein zahlreicher Stab.
Zu derselben Zeit betrat auch die erste Frau Feofar's die Terrasse,
gewissermassen die Koenigin, wenn man diesen Namen den Sultaninnen der
bukharischen Staaten beilegen darf. Aber ob Koenigin oder Sklavin,
jedenfalls war diese Frau, eine geborne Perserin, von bewunderungswuerdiger
Schoenheit. Ganz entgegen der mohamedanischen Gewohnheit und wahrscheinlich
nur in Folge einer Laune des Emirs, erschien sie mit unverhuelltem
Gesichte. Ihr in vier Flechten vertheiltes Haar schmiegte sich um die
blendendweissen Schultern, welche nur leicht von einem golddurchwirkten
Schleier bedeckt waren, der sich rueckwaerts an eine Art mit den
werthvollsten Gemmen geschmueckte Haube anschloss. Unter der Tunica von
blauer Seide, mit breiten, dunkleren Streifen fiel der "Zir-djameh" von
Seidengaze herab und ueber den Guertel faltete sich der "Pirahn", eine Art
Hemd aus demselben Stoffe, welcher nach dem Halse zu grazioes
ausgeschnitten erschien. Vom Kopfe aber bis zu den persischen Pantoffeln
an den Fuessen glaenzte eine solche verschwenderische Pracht von Geschmeide,
goldenen Tomans an Silberschnueren, Kraenze von Tuerkisen, Achate, Smaragde,
Opale und Saphire, dass ihr ganzer Leib wie von kostbaren Steinen bedeckt
erschien. Die Tausende von Diamanten, die farbenpraechtig an ihrem Halse,
den Armen, den Haenden, am Guertel und an den Fuessen b
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