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Das Bild bot einen hoechst pittoresken Anblick, zu dessen Wiedergabe ein Maler wohl alle Farben seiner Palette haette erschoepfen muessen. Als die bei Kolyvan gemachten Gefangenen vor den Zelten Feofar's und der Grosswuerdentraeger des Khanates anlangten, wirbelten die Trommeln und schmetterten die Trompeten. Zu dem entsetzlichen Getoese mischte sich aber auch noch das Knattern von Gewehrfeuer und der Donner vier- und sechspfuendiger Geschuetze, welche die Artillerie des Emirs bildeten. Feofar lebte hier unter rein militaerischer Umgebung und Lebensweise. Seine Haushaltung und sein Harem befanden sich, ebenso wie die seiner Bundesgenossen, jetzt in Tomsk, das in den Haenden der Tartaren war. Nach Aufhebung des Lagers sollte der Sitz des Emirs ebendahin verlegt werden, bis er diese Residenz endlich mit der Hauptstadt von Ostsibirien endgiltig zu vertauschen hoffte. Feofar's Fuerstenzelt ueberragte die Zelte seiner Nachbarn. Errichtet aus breiten Stuecken eines prachtvollen Seidenstoffes, den Schnuren mit goldenen Fransen zusammenhielten, ueberragt von dichten Troddeln, welche der Luftzug faecherartig hin und her wiegte, nahm es den Mittelpunkt einer weiten Lichtung ein, die im Vordergrunde durch praechtige Birken und gigantische Fichten abgeschlossen war. Vor diesem Zelte lag auf einem glaenzenden, feinen, mit Edelsteinen ausgelegten Tische geoeffnet der heilige Koran, dessen Blaetter aus ganz duennen, fein gravirten Goldplaettchen bestanden. Darueber flatterte die tartarische Fahne. Am Umfange der Lichtung erhoben sich im Halbkreise die Zelte der hoechsten Beamten von Bukhara. Da wohnten der Grossstallmeister, dem das Recht zusteht, dem Emir bis in den Hof seines Palastes zu Pferde zu folgen; der Gross-Falkenier, der "Housch-Begui", d. i. der Siegelbewahrer des Herrschers, der "Toptschi-Baschi", d. i. der Oberbefehlshaber der Artillerie, der "Khodja" oder Vorsitzende des Grossen Rathes, der von dem Fuersten gekuesst wird und sich vor ihm mit offenem Guertel zeigen darf, der "Scheik-ul-Islam", der Erste der Ulemas und Vertreter der Priesterkaste, der "Cazi-Askev", der in Abwesenheit des Emirs ueber alle Streitfragen zwischen Militaers zu entscheiden hat, und endlich der Chef der Astrologen, deren Hauptgeschaeft es ist, die Sterne zu befragen, sobald der Khan beabsichtigt, seinen Aufenthalt zu wechseln. Der Emir befand sich, als die Gefangenen in das Lager getrieben wurden, gluecklicher Weise in seinem Zelte.
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