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en darstellt.
Das war Alles. Hierzu kam, dass die Witterung wahrhaft abscheulich wurde.
Heftige Stoerungen in der Atmosphaere fuehrten stuermische Winde mit
Regenschauern herbei. Schutzlos mussten die Ungluecklichen diesen ungesunden
Witterungswechsel aushalten, ohne dass man ihre Leiden irgendwie zu mindern
gesucht haette. Einige Verwundete, mehrere Frauen und Kinder starben dabei,
deren Leichen die Gefangenen selbst einscharren mussten, da ihre Peiniger
jenen sogar ein Grab verweigerten.
Waehrend dieser harten Pruefungen machten sich Alcide Jolivet und Harry
Blount, jeder auf seine Weise, doppelt nuetzlich und waren zu jedem Dienste
bereit, den sie nur irgend zu leisten vermochten. Da sie frueher keinen
harten Entbehrungen ausgesetzt und demnach gesund und kraeftig waren, so
widerstanden sie auch den jetzigen ueblen Einfluessen besser und konnten
sich durch ihren Rath und ihre sorgende Pflege Denen nuetzlich erweisen,
welche jetzt empfindlicher litten und der Verzweiflung verfielen.
Sollte dieser Jammerzustand laenger andauern? Wollte Feofar-Khan,
befriedigt durch die ersten gluecklichen Erfolge, einige Zeit rasten, bevor
er auf Irkutsk marschirte? Man haette das wohl befuerchten koennen, es kam
indess anders. Das von Alcide Jolivet und Harry Blount so herbeigesehnte,
von Michael Strogoff so gefuerchtete Ereigniss trat am Morgen des 12. August
wirklich ein.
An diesem Tage schmetterten die Trompeten, wirbelten die Trommeln und
knatterten die Musketen. Eine ungeheure Staubwolke waelzte sich langsam
ueber der Strasse von Kolyvan dahin.
Iwan Ogareff hielt, gefolgt von vielen Tausend Mann, seinen Einzug in das
Lager der Tartaren.
Zweites Capitel.
Alcide Jolivet's Haltung.
Es war ein ganzes Armeecorps, das Iwan Ogareff dem Emir zufuehrte. Diese
Reiter und Fusssoldaten bildeten einen Theil der Heeresabtheilung, welche
sich der Stadt Omsk bemaechtigt hatte. Da Iwan Ogareff nicht im Stande
gewesen war, die obere Stadt einzunehmen, in welche sich, wie erzaehlt, der
Gouverneur zurueckgezogen hatte, so entschloss er sich, weiter zu ziehen, um
die Operationen, welche im oestlichen Sibirien geplant waren, nicht
aufzuhalten. So liess er nur eine hinreichende Garnison in Omsk zurueck.
Dann sammelte er seine Horden, verstaerkte sich unterwegs durch die Sieger
von Kolyvan und stellte seine Verbindung mit der Armee Feofar's her.
Die Truppen Iwan Ogareff's hie
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