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uetzen!" lachte Hildebad.
"So denke ich auch," sprach der Koenig, "sonst haett' ich laengst diesen Weg
ergriffen."
"Ei, so lass uns hier liegen und warten bis die Stadt muerbe wird."
"Geht nicht," sagte Witichis, "wir _koennen_ nicht warten. In wenigen Tagen
kann Belisar von jenen Huegeln steigen und nacheinander mich, Herzog
Guntharis und die Stadt bezwingen: dann ist's dahin, das Reich und Volk
der Goten. Es giebt nur zwei Wege: Sturm -"
"Unmoeglich," sprach Hildebrand.
"Oder nachgeben. Geh, Teja, nimm die Krone. Ich sehe keinen Ausweg."
Die beiden jungen Maenner zauderten.
Da sprach mit einem ernsten, trauervollen Blick der Liebe auf den Koenig
der alte Hildebrand: "Ich sehe den Ausweg, den schmerzvollen, den
einzigen. Du musst ihn gehen, mein Witichis, und bricht dir siebenmal das
Herz." Witichis sah ihn fragend an: auch Teja und Hildebad staunten ob der
Weichheit des felsharten Alten.
"Geht ihr hinaus," fuhr dieser fort, "ich muss allein sprechen mit dem
Koenig."
Fuenfzehntes Kapitel.
Schweigend verliessen die beiden Goten das Zelt und schritten draussen, den
Ausgang abwartend, die Lagergasse auf und nieder. Aus dem Zelt drang hin
und wieder Hildebrands Stimme, der in langer Rede den Koenig zu ermahnen
und zu draengen schien: und hin und wieder ein Ausruf des Koenigs.
"Was kann nur der Alte sinnen?" fragte Hildebad, still haltend, "weisst
du's nicht?" "Ich ahn' es," seufzte Teja, "armer Witichis!" - "Zum Teufel,
was meinst du?" "Lass," sagte Teja, "es wird bald genug auskommen."
So verging geraume Zeit.
Heftiger und schmerzlicher klang die Stimme des Koenigs, der sich der Reden
Hildebrands maechtig zu erwehren schien.
"Was quaelt der Eisbart den wackern Helden?" rief Hildebad ungeduldig. "Es
ist, als wollt' er ihn ermorden. Ich will hinein und helf' ihm."
Aber Teja hielt ihn an der Schulter.
"Bleib," sagte er. "Es muss wohl sein."
Waehrend sich Hildebad losmachen wollte, nahte Laerm von Stimmen aus dem
obern Ende der Lagergasse. Zwei Wachen bemuehten sich vergebens, einen
starken Goten zurueckzuhalten, der mit allen Zeichen langen und eiligen
Rittes bedeckt, sich gegen das Zelt des Koenigs draengte.
"Lass mich los," rief er, "guter Freund, oder ich schlage dich nieder."
Und drohend hob er eine wuchtige Streitaxt.
"Es geht nicht. Du musst warten. Die grossen Heerfuehrer sind bei ihm im
Zelt."
"Und waeren alle grossen Goetter Walhalls sa
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