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ch abgelenkt wurde. Unter den Reisenden, welche den "Kaukasus" verliessen, erkannte Michael Strogoff jene Tsiganen, die gestern noch auf der Messe in Nishny-Nowgorod figurirten. Auf dem Verdecke standen der alte Zigeuner und das Weib, die ihn einen Spion genannt hatte. Mit ihnen, und jedenfalls unter ihrer Fuehrung, schifften sich etwa zwanzig Taenzerinnen und Saengerinnen im Alter von fuenfzehn bis zwanzig Jahren aus, deren elende Lumpen nur nothduerftig den Flitterstaat darunter verhuellten. Diese glitzernden Stoffe, auf welche eben die Strahlen der Sonne fielen, erinnerten Michael Strogoff lebhaft an den Eindruck der vergangenen Nacht. Es war der naemliche Zigeunerputz, der im Dunklen aufblitzte, wenn aus dem Rauchfang des Steamers einige Flammen emporlohten. "Offenbar, so sagte er sich, hielt sich dieser Tsiganentrupp tagsueber unter dem Verdeck auf und wollte sich waehrend der Nacht unter dem Vordercastell verkriechen. Hielten die Leute es fuer gut, moeglichst wenig gesehen zu werden? Das ist aber doch sonst ihre Art nicht!" Michael Strogoff schwand nun jeder Zweifel, dass der ihn besonders angehende Redesatz von dieser dunklen Gruppe hergeruehrt habe, die nur dann und wann ein Glitzern und Funkeln verrieth, und dass jene Worte zwischen dem alten Tsiganen und dem Weibe, das er Sangarre nannte, gewechselt worden seien. Wider Willen naeherte sich Michael Strogoff der Austrittsstelle des Steamers, gerade als die Zigeunertruppe diesen verliess, um nicht wieder zu kehren. Dort stand der Alte in sehr demuethiger, mit der natuerlichen Unverschaemtheit seiner Stammesgenossen wenig uebereinstimmender Haltung. Er sah aus, als meide er es moeglichst gesehen zu werden, statt die Blicke Anderer auf sich zu lenken. Sein schaebiger, von der Sonne des ganzen Erdballs verbrannter Hut sass tief in dem runzeligen Gesicht. Ueber seinem breiten Ruecken bauschte sich trotz der Waerme der Sonne ein weiter Kittel. Es waere schwierig gewesen, unter dieser erbaermlichen Huelle seine Figur deutlich zu erkennen. Neben ihm stand die Tsiganerin Sangarre, eine grosse Frau von dreissig Jahren, mit braunem Teint, guter Constitution, praechtigen Augen und ueppigem Haar in stolzer Haltung. Einige der jungen Taenzerinnen waren von auffallender Schoenheit, und Alle zeigten die ausgesprochenen Merkmale ihrer Race. Die Tsiganenfrauen sind im Allgemeinen anziehend und mehr als einer der russischen Grossen, welche mit den Englaendern gern
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