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e ist >Einfried<, was Doktor Leanders Neider und Rivalen auch sagen moegen, aufs waermste zu empfehlen. Aber es halten sich nicht nur Phthisiker, es halten sich Patienten aller Art, Herren, Damen und sogar Kinder hier auf: Doktor Leander hat auf den verschiedensten Gebieten Erfolge aufzuweisen. Es gibt hier gastrisch Leidende, wie die Magistratsraetin Spatz, die ueberdies an den Ohren krankt, Herrschaften mit Herzfehlern, Paralytiker, Rheumatiker und Nervoese in allen Zustaenden. Ein diabetischer General verzehrt hier unter immerwaehrendem Murren seine Pension. Mehrere Herren mit entfleischten Gesichtern werfen auf jene unbeherrschte Art ihre Beine, die nichts Gutes bedeutet. Eine fuenfzigjaehrige Dame, die Pastorin Hoehlenrauch, die neunzehn Kinder zur Welt gebracht hat und absolut keines Gedankens mehr faehig ist, gelangt dennoch nicht zum Frieden, sondern irrt, von einer bloeden Unrast getrieben, seit einem Jahre bereits am Arm ihrer Privatpflegerin starr und stumm, ziellos und unheimlich durch das ganze Haus. Dann und wann stirbt jemand von den >Schweren<, die in ihren Zimmern liegen und nicht zu den Mahlzeiten noch im Konversationszimmer erscheinen, und niemand, selbst der Zimmernachbar nicht, erfaehrt etwas davon. In stiller Nacht wird der waechserne Gast beiseite geschafft, und ungestoert nimmt das Treiben in >Einfried< seinen Fortgang, das Massieren, Elektrisieren und Injizieren, das Duschen, Baden, Turnen, Schwitzen und Inhalieren in den verschiedenen mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestatteten Raeumlichkeiten... Ja, es geht lebhaft zu hierselbst. Das Institut steht in Flor. Der Portier, am Eingange des Seitenfluegels, ruehrt die grosse Glocke, wenn neue Gaeste eintreffen, und in aller Form geleitet Doktor Leander, zusammen mit Fraeulein von Osterloh, die Abreisenden zum Wagen. Was fuer Existenzen hat >Einfried< nicht schon beherbergt! Sogar ein Schriftsteller ist da, ein exzentrischer Mensch, der den Namen irgendeines Minerals oder Edelsteines fuehrt und hier dem Herrgott die Tage stiehlt... Uebrigens ist, neben Herrn Doktor Leander, noch ein zweiter Arzt vorhanden, fuer die leichten Faelle und die Hoffnungslosen. Aber er heisst Mueller und ist ueberhaupt nicht der Rede wert. 2 Anfang Januar brachte Grosskaufmann Kloeterjahn -- in Firma A. C. Kloeterjahn & Comp. -- seine Gattin nach >Einfried<; der Portier ruehrte die Glocke, und Fraeulein von Osterloh begruesste die weither gereiste
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