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praktischen, buergerlichen und trockenen Traditionen sich gegen das Ende seiner Tage noch einmal durch die Kunst verklaert." "Ist dem so? -- Ja, was meinen Vater betrifft, so ist er sicherlich mehr ein Kuenstler als mancher, der sich so nennt und vom Ruhme lebt. Ich spiele nur ein bisschen Klavier. Jetzt haben sie es mir ja verboten; aber damals, zu Hause, spielte ich noch. Mein Vater und ich, wir spielten zusammen ... Ja, ich habe all die Jahre in iieber Erinnerung; besonders den Garten, unseren Garten, hinterm Hause. Er war jaemmerlich verwildert und verwuchert und von zerbroeckelten, bemoosten Mauern eingeschlossen; aber gerade das gab ihm viel Reiz. In der Mitte war ein Springbrunnen, mit einem dichten Kranz von Schwertlilien umgeben. Im Sommer verbrachte ich dort lange Stunden mit meinen Freundinnen. Wir sassen alle auf kleinen Feldsesseln rund um den Springbrunnen herum ..." "Wie schoen!" sagte Herr Spinell und zog die Schultern empor. "Sassen Sie und sangen?" "Nein, wir haekelten meistens." "Immerhin ... Immerhin ..." "Ja, wir haekelten und schwatzten, meine sechs Freundinnen und ich ..." "Wie schoen! Gott, hoeren Sie, wie schoen!" rief Herr Spinell, und sein Gesicht war gaenzlich verzerrt. "Was finden Sie nun _hieran_ so besonders schoen, Herr Spinell!" "Oh, dies, dass es sechs ausser Ihnen waren, dass Sie nicht in diese Zahl eingeschlossen waren, sondern dass Sie gleichsam als Koenigin daraus hervortraten ... Sie waren ausgezeichnet vor Ihren sechs Freundinnen. Eine kleine goldene Krone, ganz unscheinbar, aber bedeutungsvoll, sass in Ihrem Haar und blinkte ..." "Nein, Unsinn, nichts von einer Krone ..." "Doch, sie blinkte heimlich. Ich haette sie gesehen, haette sie deutlich in Ihrem Haar gesehen, wenn ich in einer dieser Stunden unvermerkt im Gestruepp gestanden haette ..." "Gott weiss, was Sie gesehen haetten. Sie standen aber nicht dort, sondern eines Tages war es mein jetziger Mann, der zusammen mit meinem Vater aus dem Gebuesch hervortrat. Ich fuerchte, sie hatten sogar allerhand von unserem Geschwaetz belauscht ..." "Dort war es also, wo Sie Ihren Herrn Gemahl kennenlernten, gnaedige Frau?" "Ja, dort lernte ich ihn kennen!" sagte sie laut und froehlich, und indem sie laechelte, trat das zartblaue Aederchen angestrengt und seltsam ueber ihrer Braue hervor. "Er besuchte meinen Vater in Geschaeften, wissen Sie. Am naechsten Tage war er zum Diner geladen, und noch drei Tage spaete
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