FREE BOOKS

Author's List




PREV.   NEXT  
|<   238   239   240   241   242   243   244   245   246   247   248   249   250   251   252   253   254   255   256   257   258   259   260   261   262  
263   264   265   266   267   268   269   270   271   272   273   274   275   276   277   278   279   280   281   282   283   284   285   286   287   >>   >|  
m die Arme am Koerper befestigt werden, wie die einer Leiche im Sarge. So lebt, so verschmachtet der Verurtheilte in der thonigen Erde und kann nur den Tod herbei rufen, der ihm doch so langsam naht! Hier hatten die Tartaren seit drei Tagen ihren Gefangenen eingescharrt! ... Seit drei martervollen Tagen wartete Nicolaus auf Hilfe, die ihm nun leider zu spaet werden sollte. Die Geier hatten schon das aus dem Boden hervorstehende Haupt gewittert, und seit mehreren Stunden vertheidigte der Hund seinen Herrn gegen die gefraessigen Voegel. Michael Strogoff brach mit seinem Messer die Erde auf, um den Lebenden aus dem Grabe zu befreien. Nicolaus' schon geschlossene Augen oeffneten sich noch einmal. Er erkannte Michael und Nadia. "Lebt wohl, meine Freunde, fluesterte er. O wie wohl ist mir, Euch noch einmal gesehen zu haben ... Betet fuer mich!..." Das waren seine letzten Worte. Michael Strogoff fuhr fort, die Erde aufzureissen, welche durch festes Zusammentreten fast felsenhart geworden war, und es gelang ihm endlich, den Koerper des Armen heraus zu ziehen. Er horchte, ob sein Herz noch schluege. - Es schlug nicht mehr. Er wollte ihn nun noch beerdigen, um die Leiche des Freundes nicht auf der Steppe liegen zu lassen, und erweiterte und vergroesserte das Loch, Nicolaus Pigassof's Sarg bei seinen Lebzeiten, zum Grabe fuer den Entseelten. Der treue Sersko sollte neben ihm seinen Platz finden. Da entstand auf der eine halbe Werst entfernten Landstrasse ein lauter Tumult. Michael Strogoff horchte. Aus dem Geraeusch erkannte er, dass sich eine Abtheilung Berittener nach der Dinka zu bewege. "Nadia, Nadia!" sagte er heimlich. Bei seiner Stimme erhob sich die noch immer im Gebet versunkene junge Lieflaenderin. "Dort, sieh dort! raunte er ihr zu. -- Ah, die Tartaren!" fluesterte sie. Jene Reiter gehoerten in der That zur Avantgarde des Emirs, welche schnell auf dem Wege nach Irkutsk dahintrabte. "Sie werden mich nicht abhalten, ihn zu beerdigen", sagte Michael Strogoff. Schweigend setzte er seine Arbeit fort. Bald ward der Koerper des armen Nicolaus mit ueber der Brust gekreuzten Haenden in die Grube gelegt. Auf die Knie geworfen sprachen Michael Strogoff und Nadia ein letztes Gebet fuer das harmlose und gute Geschoepf, das die Ergebenheit gegen sie mit seinem Leben bezahlt hatte. "Und nun, sagte Michael Strogoff, indem er die Leiche mit Erde ueberfuellte, nun sollen die Steppenwoel
PREV.   NEXT  
|<   238   239   240   241   242   243   244   245   246   247   248   249   250   251   252   253   254   255   256   257   258   259   260   261   262  
263   264   265   266   267   268   269   270   271   272   273   274   275   276   277   278   279   280   281   282   283   284   285   286   287   >>   >|  



Top keywords:

Michael

 
Strogoff
 
Nicolaus
 

Koerper

 
Leiche
 
seinen
 
werden
 

seinem

 

fluesterte

 

sollte


erkannte
 
einmal
 

beerdigen

 
welche
 
Tartaren
 

horchte

 
hatten
 

bewege

 

Stimme

 

seiner


heimlich

 

Sersko

 

Entseelten

 

Pigassof

 

Lebzeiten

 

finden

 

Geraeusch

 
Tumult
 
Abtheilung
 

Berittener


lauter

 

Landstrasse

 
entstand
 

entfernten

 

gekreuzten

 

Haenden

 

setzte

 

bezahlt

 

Arbeit

 
gelegt

harmlose

 

letztes

 

sollen

 

Geschoepf

 
ueberfuellte
 

sprachen

 

Ergebenheit

 

geworfen

 

Steppenwoel

 

Schweigend