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Nimmermehr!" sprach Mataswintha begeistert.
Witichis fuhr, ohne ihrer zu achten, in seinen Gedanken fort: "Aber die
andern! Die Tausende! die Hunderttausende von Weibern, von Kindern!
Belisar haelt, was er geschworen! Es ist nur Eine Hoffnung noch fuer sie: -
eine einzige! Denn - alle Maechte der Natur verschwoeren sich gegen mich.
Der Padus ist ploetzlich so seicht geworden, dass zweihundert
Getreideschiffe, die ich erwartete, nicht rasch genug den Fluss
herabgebracht werden konnten: die Byzantiner haben sie aufgefangen!
Ich habe nun um Hilfe an den Westgotenkoenig geschrieben: er soll seine
Flotte senden. Die unsre ist ja in Feindes Hand! Dringt sie in den Hafen,
so kann darauf entfliehen, was nicht fechten kann und nicht sterben soll.
Auch du kannst dann, wenn du es vorziehst, nach Spanien entfliehen."
"Ich will mit dir -, mit euch sterben."
"In wenig Wochen koennen die westgotischen Segel vor der Stadt erscheinen.
Bis dahin reichen meine Speicher - der letzte Trost. Doch, das mahnt mich
an deinen Wunsch: - Hier ist der Schluessel zu dem Hauptthor der Speicher.
Ich trag' ihn Tag und Nacht auf meiner Brust. Bewahre ihn wohl: - er
verwahrt meine letzte Hoffnung. Er schliesst das Leben von vielen Tausenden
ein. Es war meine einzige Muehewaltung, die nicht fruchtlos blieb. Mich
wundert," fuegte er schmerzlich hinzu, "dass nicht die Erde sich aufgethan
hat oder Feuer vom Himmel gefallen ist, diese meine Bauten zu
verschlingen."
Und er nahm den schweren Schluessel aus dem Brustlatz seines Wamses. "Huet'
ihn wohl, es ist mein letzter Schatz, Mataswintha."
"Ich danke dir, Witichis - Koenig Witichis -" sagte sie, verbessernd, und
griff nach dem Schluessel, aber ihre Hand zitterte. Er fiel.
"Was ist dir," fragte der Koenig, den Schluessel ihr in die Rechte drueckend,
- sie steckte ihn in den Guertel ihres weissseidnen Unterkleides - "du
zitterst? Bist du krank?" setzte er besorgt hinzu.
"Nein - es ist nichts. - Aber sieh mich nicht an so - so wie jetzt und wie
heute morgen ... -" "Vergieb mir, Koenigin," sagte Witichis, sich
abwendend. "Meine Blicke sollten dich nicht kraenken. Ich hatte viel, recht
viel Gram in diesen Tagen. Und wenn ich nachsann, mit welcher Schuld ich
all dies Unglueck verdient haben koennte ..." - seine Stimme wurde weich.
"Dann? o rede?" bat Mataswintha hingerissen. Denn sie zweifelte nicht mehr
an dem Sinn seines unausgesprochen Gedankens.
"Dann hab' ich, unter all' den ringenden Zweif
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