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nst sollst du alles wissen! Nur jetzt flieh in Freiheit und Leben. Ich habe die Schluessel der Kerkerpforte und der Gangthuer! flieh!" Und nun fasste sie seinen Arm, wollte ihn emporreissen. Da klirrten seine Ketten an den Armen, an den Fuessen. - Er war an den Steinblock festgeschlossen. "O, was ist das?" rief sie und fiel in die Kniee. "Stein und Eisen," sagte er tonlos. "Lass mich. Ich gehoere dem Tode. Und hielten mich auch diese Bande nicht - ich folgte dir doch nicht! Zurueck in die Welt? Die Welt ist eine grosse Luege. Alles ist Luege." "Du hast Recht! sterben ist besser. Lass mich sterben mit dir. Und verzeih mir. Denn auch ich habe dir gelogen." "Es mag wohl sein. Es wundert mich nicht." "Aber du musst mir noch vergeben, ehe wir sterben. Ich habe dich gehasst - ich habe gejubelt ueber deinen Niedergang - ich habe - o, es ist so schwer zu sagen! Ich habe die Kraft nicht, es zu gestehn. Und doch muss ich deine Verzeihung haben - und muesst' ich sie mir erstehlen. Vergieb mir - reiche mir die Hand zum Zeichen, dass du mir verzeihst." Aber Witichis war in sein Brueten zurueckgesunken. "O, ich flehe dich an - verzeihe mir, was immer ich dir mag gethan haben." "Geh - warum soll ich dir nicht verzeihn? Du bist wie alle! nicht besser, nicht schlimmer!" "Nein, ich bin boeser als alle. Und doch besser. Wenigstens elender. Wisse denn: ich habe dich gehasst, ja, aber nur, weil du mich von dir gestossen! Du liessest mich nicht dein Leben teilen, - verzeihe mir. - Gott, ich will ja nur mit dir sterben duerfen. Reich mir einmal noch die Hand, zum Zeichen, dass du mir verzeihst." Und sie streckte kniend, flehend, beide Haende zu ihm empor. Der Koenig erhob das Haupt. Der Grundzug seines Wesens, die tiefe Herzensguete, regte sich in ihm und uebertoente den eignen dumpfen Schmerz. "Mataswintha," sagte er, und erhob die kettenklirrende Hand, "geh', es erbarmt mich dein. Lass mich allein sterben. Was immer du an mir gethan - geh hin: - ich habe dir verziehn." "O Witichis!" hauchte Mataswintha und wollte seine Hand ergreifen. Neunundzwanzigstes Kapitel. Aber heftig fuehlte sie sich hinweggerissen. "Nachtbrennerin, nie soll er dir vergeben! Komm Witichis, _mein_ Witichis. Folge mir! du bist frei." Der Koenig sprang auf, von dieser Stimme wie aus Betaeubung geweckt. "Rauthgundis! Mein Weib! ja du logst nie! Du bist getreu. Ich hab' dich wieder." Und tief aufatmend, jauchzen
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