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s kann geschehen." "Er muss frei werden. Hoerst du, er muss!" "Aber Herrin! Ich weiss ja nicht wie." Rauthgundis ergriff ein Beil, das an dem Herde lehnte. "Erbrechen wir die Thueren mit Gewalt." Dromon wollte ihr die Axt entwinden. "Unmoeglich! Dicke Eisenplatten!" "So rufe den Unhold. Sage, Witichis verlange ihn zu sprechen. Und vor der Gangthuer erschlag ich ihn mit diesem Beil." "Und dann? Du rasest! Lass mich hinaus. Ich will Wachis abrufen von seiner nutzlosen Wacht." "Nein, ich kann's nicht denken, dass es heut' nicht werden soll. Vielleicht koemmt dieser Teufel von selbst wieder. Vielleicht" - sprach sie nachsinnend. "Ah," schrie sie ploetzlich, "gewiss, das ist's. Er will ihn ermorden! Er will sich allein zu dem Wehrlosen schleichen. Aber weh' ihm, wenn er kommt! Die Schwelle jener Gangthuer will ich hueten wie ein Heiligtum, besser als meines Kindes Leben. Und weh ihm, wenn er sie beschreitet." Und sie drueckte sich hart an die Halbthuer des Gemaches Dromons und wog das schwere Beil. Aber Rauthgundis irrte. Nicht um seinen Gefangenen zu toeten, hatte der Praefekt die Schluessel an sich genommen. Er war mit denselben in den linken, den Suedbau des Palastes geschritten. Spaet am Nachmittag trat Cethegus - er kam aus dem Kerker des Koenigs - in das Gemach Mataswinthens. Die Ruhe des Todes und die Erregung des Fiebers wechselten in der seelisch Tieferkrankten so oft, so rasch, dass Aspa nur mit Thraenen-erfuellten Augen noch auf ihre Herrin sah. "Zerstreue," sprach Cethegus, "schoenste Tochter der Germanen, die Wolken, die auf deiner weissen Stirn lagern und hoere mich ruhig an." "Wie steht es mit dem Koenig? Du lassest mich ohne Nachricht. Du versprachst, ihn frei zu geben nach der Entscheidung. Ihn ueber die Alpen fuehren zu lassen. Du haeltst dein Wort nicht." "Ich habe das versprochen: - unter zwei Bedingungen. Du kennst sie beide, und hast die deine noch nicht erfuellt. Morgen kommt der kaiserliche Neffe Germanus zurueck von Ariminum, - dich nach Byzanz zu fuehren: - du giebst ihm Hoffnung, seine Braut zu werden. Die Ehe mit Witichis war erzwungen und nichtig." "Ich sagte dir schon: nein, niemals!" "Das thut mir leid - um meinen Gefangenen. Denn eher nicht sieht er das Licht der Sonne, bis du mit Germanus auf dem Wege nach Byzanz." "Niemals." "Reize mich nicht, Mataswintha! Die Thorheit des Maedchens, das so teuren Preis einst um einen Areskopf bezahlt, ist, denk' ich,
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