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ldige, wenn ich euern Triumphzug
nicht begleite. Meinen Glueckwunsch an Belisar."
Aber da trat Belisar in das Zelt. Antonina folgte ihm. Er war nicht
geruestet und blickte duester vor sich hin.
"Eile, Feldherr," mahnte Prokop, "Ravenna harrt ihres Besiegers. Der
Einzug -"
"Nichts von Einzug," sprach Belisar grimmig. "Ruf' die Soldaten ab. Mich
reut der ganze Handel."
Cethegus blieb an dem Ausgang des Zeltes stehen.
"Belisar!" rief Prokop entsetzt, "welcher Daemon hat dir das eingeblasen?"
"Ich!" sagte Antonina stolz, "was sagst du nun?" "Ich sage, dass grosse
Staatsmaenner keine Frauen haben sollten!" rief Prokop aergerlich. "Belisar
entdeckte mir erst in dieser Nacht euer Vorhaben. Und ich hab' ihn unter
Thraenen ... -"
"Versteht sich," brummte Prokop, "die kommen stets zu rechter Zeit." -
"Unter Thraenen beschworen, abzustehen. Ich kann meinen Helden nicht von so
schwarzem Verrat befleckt sehen."
"Und ich will's nicht sein. Lieber reit' ich besiegt im Orcus ein, denn
also als ein Sieger in Ravenna. Meine Briefe an den Kaiser sind noch nicht
abgegangen. - Also ist's noch Zeit."
"Nein," sagte Cethegus herrisch, von der Thuer ins Zelt schreitend. "Zum
Glueck fuer dich ist's nicht mehr Zeit. Wisse: ich habe schon vor acht Tagen
an den Kaiser geschrieben, ihm alles mitgeteilt und Glueck gewuenscht, dass
sein Feldherr ohne mindesten Verlust Ravenna gewonnen hat und der Krieg
beendet."
"Ah, Praefekt," rief Belisar. "Du bist ja sehr dienstfertig. Woher dieser
Eifer?"
"Weil ich Belisarius kenne und seinen Wankelmut. Weil man dich zu deinem
Gluecke zwingen muss. Und weil ich ein Ende dieses Krieges will, der mein
Italien zerfleischt." Und drohend trat er gegen die Frau heran, die auch
jetzt der daemonischen beherrschenden Gewalt seines Blickes nicht zu
entgehen vermochte. "Wag' es, versuch es jetzt! Tritt zurueck, enttaeusche
Witichis und opfre einer Grille deines Weibes Ravenna, Italien und dein
Heer. Siehe zu, ob dir das Justinianus je vergeben kann. Auf Antoninas
Seele diese Schuld! Horch, die Trompeten rufen: rueste dich! Es bleibt dir
keine Wahl!" Und er eilte hinaus.
Bestuerzt sah ihm Antonina nach. "Prokop," fragte sie dann, "weiss es der
Kaiser wirklich schon?"
"Und wenn er es noch nicht wuesste, - zu viele sind schon in das Geheimnis
eingeweiht. Nachtraeglich erfaehrt er jedenfalls, dass Ravenna und Italien
sein war, und - dass Belisar um die Gotenkrone, die Kaiserkrone warb. Nur
dass er sie
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