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antwortete der Koenig. "Du weisst: ich war ein Koenig nach Bauernart, wie die
Leute sagten. Bauern unterschreiben keine Zeile, ehe sie genau gelesen:
gehen wir." Und laechelnd gab er die Urkunde an den Praefekten und schritt
hinaus. Die Byzantiner und alle Anwesenden folgten.
Cethegus drueckte das Pergament zusammen: "Warte nur," fluesterte er
grimmig, "du sollst doch noch unterschreiben." Langsam folgte er den
andern.
Die Halle vor dem Gemach des Koenigs war bereits leer.
Der Praefekt schritt hinaus auf den gewoelbten Bogengang, der im Viereck den
ersten Stock des Palastes umgab und dessen byzantinisch-romanische
Rundbogen den freien Blick in den weiten Hofraum gewaehrten. Derselbe war
von Bewaffneten dicht gefuellt. An allen vier Thoren standen die
Lanzentraeger Belisars. Cethegus lehnte hinter einem Bogenpfeiler und
sprach, dem Gang der Ereignisse folgend, mit sich selbst: "Nun, Byzantiner
genug, um ein kleines Heer gefangen zu nehmen! Freund Prokop ist
vorsichtig - Da! - Witichis erscheint im Portal - Seine Goten sind noch
weit hinter ihm auf der Treppe. Des Koenigs Pferd wird vorgefuehrt. - Bessas
haelt dem Koenig den Buegel. - Witichis tritt heran, er hebt den Fuss. - Jetzt
ein Trompetenstoss. - Die Treppenthuere des Palastes faellt zu und schliesst
die Goten in den Treppenbau. Auf dem Dache reisst Prokop das Gotenbanner
nieder. - Johannes fasst seinen rechten Arm, brav Johannes. - Der Koenig
ruft: "Verrat, Verrat!" Er wehrt sich maechtig. - Aber der lange Mantel
hemmt ihn. - Da, da, er strauchelt. - Er stuerzt zu Boden. - Da liegt das
Reich der Goten." - - -
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"Da liegt das Reich der Goten!" Mit diesen Worten begann auch Prokop die
Saetze, die er an diesem Abend in sein Tagebuch eintrug: "Ein wichtig Stueck
Weltgeschichte hab' ich heut bei Tage machen helfen und zeichne ich nun
nachts hier ein.
Als ich heute das roemische Heer seinen Einzug halten sah in die Thore und
Koenigsburg von Ravenna, kam mir abermals der Gedanke: nicht Tugend oder
Zahl oder Verdienst entscheidet den Erfolg in der Geschichte.
Es giebt eine hoehere Gewalt, die unentrinnbare Notwendigkeit.
An Zahl und an Heldentum waren uns die Goten ueberlegen: und sie haben es
nicht fehlen lassen an irgend denkbarer Anstrengung. Die gotischen Frauen
in Ravenna schmaehten heute ihren Maennern laut ins Angesicht, als sie die
kleinen Gestalten, die nicht zahlreichen Scharen unserer einziehenden
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