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nahmen unter Belisars Fahnen. Der Sieger hatte Auximum stark besetzt und alsbald die bisherigen Belagerer dieser Feste zurueckgefuehrt in das Lager vor Ravenna, wo er Cethegus den bisher anvertrauten Oberbefehl wieder abnahm. Es war, als ob ein Fluch an dem Haupte des Gotenkoenigs hafte, auf dem so schwer die Krone lastete. Da er nun den Grund seines Misslingens keiner Schwaeche, keinem Versehen auf seiner Seite zuschreiben, da er ebensowenig an dem guten Recht der Goten gegen die Byzantiner zweifeln und da seine einfache Gottesfurcht in diesem Ausgang nichts andres als das Walten des Himmels erblicken konnte, so kam er immer wieder auf den quaelenden Gedanken, es sei um seiner unvergebenen Suendenschuld willen, dass Gott die Goten zuechtige: eine Verstellung, welche die Anschauungen des die Zeit beherrschenden alten Testaments ihm nicht minder nahe legten als viele Zuege der alten germanischen Koenigssage. Diese Gedanken verfolgten unablaessig den tuechtigen Mann und nagten Tag und Nacht an der Kraft seiner Seele. Bald suchte er im selbstquaelerischen Gruebeln jene seine geheime Schuld zu entdecken. Bald sann er nach, wie er den ihn verfolgenden Fluch wenigstens von seinem Volke wenden koenne. Laengst haette er die Krone einem andern abgetreten, wenn ein solcher Schritt in diesem Augenblick nicht ihm und andern als Feigheit haette erscheinen muessen. So war ihm auch dieser Ausweg - der naechste und liebste - aus seinen quaelenden Gedanken verschlossen. Gebeugt sass jetzt oft der sonst so stattliche Mann, blickte lange starr und schweigend vor sich hin, nur manchmal das Haupt schuettelnd oder tief aufseufzend. Der taegliche Anblick dieses stillen, stolzen Leidens, dieses stummen und hilflosen Erduldens eines niederdrueckenden Geschickes blieb, wie wir gesehen, nicht ohne Eindruck auf Mataswintha. Auch glaubte sie sich nicht darin getaeuscht zu haben, dass seit geraumer Zeit sein Auge milder als sonst, mit Wehmut, ja mit Wohlwollen auf ihr geruht habe. Und so draengte sie teils uneingestandene Hoffnung, die so schwer erlischt im liebenden Herzen, teils Reue und Mitleid maechtiger als je zu dem leidenden Koenig. Oft wurden sie jetzt auch durch ein gemeinsames Werk der Barmherzigkeit vereint. Die Bevoelkerung von Ravenna hatte in den letzten Wochen angefangen, waehrend die Belagerer von Ancona aus das Meer beherrschten und aus Calabrien und Sicilien reiche Vorraete bezogen, Mangel zu leiden. Nur die Reichen vermoc
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