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egen vor Byzanz?"
"Wir duerfen aber nicht erliegen," schrie Hildebad. "Ich habe nie viel
gegruebelt ueber unsern Herrgott. Aber wenn er das geschehen liesse, muesste
man Sturm laufen gegen den Himmel und ihm seinen Thron mit Keulen
zerschlagen."
"Laestre nicht, mein Bruder!" sprach Totila. "Und du, mein edler Koenig, Mut
und Vertrauen.
Ja, es waltet ein gerechter Gott dort ueber den Sternen. Drum muss zuletzt
die gute Sache siegen. Mut, mein Witichis, und Hoffnung bis ans Ende."
Aber der Tiefgebeugte schuettelte das Haupt. "Ich gestehe es euch, ich habe
aus diesem Irrsal, aus den schrecklichen Zweifeln an Gottes Gerechtigkeit,
nur einen Ausweg gefunden. Es kann nicht sein, dass wir all' dies schuldlos
leiden. Und da unsres Volkes Sache zweifellos gerecht, so muss verborgne
Schuld an mir, an eurem Koenig haften. Wiederholt, erzaehlen unsre Lieder
aus der Heidenzeit, hat sich ein Koenig fuer sein Volk selbst den Goettern
geopfert, wenn Unsieg, Seuche, Misswachs jahrelang den Stamm verfolgte. Er
hat die verborgne Schuld auf sich genommen, die auf den Volksgenossen zu
lasten schien und sie durch Tod gebuesst, oder indem er ohne die Krone ins
Elend ging, ein friedloser Landfluechtiger. - Lasst mich die Krone abthun
von diesem Haupt ohne Glueck noch Stern. Waehlt einen andern, dem Gott nicht
zuernt: waehlt Totila, oder -"
"Das Wundfieber faselt noch aus dir!" unterbrach ihn der alte
Waffenmeister. "Du mit Schuld beladen! du, der Treueste von uns allen!
Nein, ich will's euch sagen, ihr Kinder allzujunger Tage, die ihr der
Vaeter alte Kraft mit der Vaeter altem Glauben verloren habt, und nun keinen
Trost wisst fuer eure Herzen. Mich erbarmt eurer Reden ohne Zuversicht." -
Und seine grauen Augen leuchteten in seltnem Glanze ueber die Freunde hin.
"Alles was hier auf Erden erfreut und schmerzt, ist kaum der Freude noch
des Schmerzes wert. Nur auf eines kommt es hier unten an: ein treuer Mann
gewesen sein, kein Neiding, und den Schlachttot sterben, nicht den
Strohtot. Den treuen Helden aber tragen die Walkueren aus dem blutigen Feld
auf roten Wolken hinauf in Odhins Saal, wo die Einheriar mit vollen
Bechern ihn begruessen. Dann reitet er alltaeglich mit ihnen hinaus zu Jagd
und Waffenspiel beim Morgenlicht und wieder herein zu Trunk und
Skaldensang in goldner Halle beim Abendlicht. Und schoene Schildjungfrauen
kosen mit den Jungen: und weise Vorzeitrunen raunen wir Alten mit den
alten Helden der Vorzeit. Und ich werde sie
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