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verbringen: so wollt' es die gotische Sitte. Mataswintha ueberschritt die Schwelle mit einem Ausruf des Staunens. "Aspa," rief sie, "das hast du schoen gemacht! - zauberisch!" - Die Afrikanerin kreuzte selig die Arme ueber die Brust und beugte den Nacken. Sie an sich ziehend, fluesterte die Braut: "Du kanntest mein Herz und seine Traeume! Aber," fuhr sie aufatmend fort, "wie schwuel! Deine gluehenden Blumen berauschen." "In Glut und Rausch nahen die Goetter!" sprach Aspa. "Wie schoen jene Violen: und dort die Purpurlilie; mir ist, die Goettin Flora flog durchs Zimmer und dachte einen Liebestraum und verlor darueber ihre schoensten Blumen. Es ist ein ahnungsvolles Wunder, das ich hier erlebe. Es durchrieselt mich heiss. - Es ist schwuel. - Nehmt mir den schweren Prunk ab." Und sie nahm die goldne Krone aus dem Haar. Aspa strich ihr die vollen, dunkelroten Flechten hinter das feine Ohr und zog die goldne Nadel heraus, die sie am Hinterkopf zusammenhielt: frei wallte das Haar in den Nacken. Die andern Sklavinnen loesten die Spange, die in Gestalt einer geringelten Schlange den schweren Purpurmantel mit seinen reichen Goldstreifen auf der linken Schulter zusammenhielt. Der Mantel fiel und zeigte die edle, hochschlanke Gestalt der Jungfrau in dem aermellosen wallenden Unterkleid von weisser persischer Seide. Ihre schimmernden Arme umzirkten zwei breite, goldne Armreife: - Erbstuecke aus dem alten Schatz der Amalungen: gruene Schlangen von Smaragden waren darin eingelegt. Mit Entzuecken schaute Aspa auf die Gebieterin, wie diese vor den in den Marmor eingelassenen Metallspiegel trat, das lose Haar mit goldnem Kamm zu schlichten. "Wie schoen du bist! wie zauberschoen! - wie Astaroth, die Liebesgoettin: - nie warst du so schoen, wie in dieser Stunde." Mataswintha warf einen raschen Blick in den Spiegel. Sie sah, noch mehr, sie fuehlte, dass Aspa recht hatte: und sie erroetete. "Geht," sagte sie, "lasst mich allein mit meinem Glueck." Die Sklavinnen gehorchten. Mataswintha eilte ans Fenster, das sie rasch oeffnete, wie um ihren Gedanken zu entfliehen. Ihr erster Blick fiel auf Witichis, der unten vom Schein der Haengelampen im Garten voll beleuchtet war. "Er! Wieder er. - Wohin entflieh ich vor ihm, dem suessen Tod?" Sie wandte sich rasch: da an der Wand, gerade dem Fenster gegenueber, glaenzte im Ampellicht eine weisse Marmorbueste. Sie kannte sie wohl: Aspa hatte den Areskopf nicht vergessen, den treuen
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