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u vermeiden, habe ein jeglicher sein eigen Eheweib", item V. 9: "Es ist besser, ehelich werden denn brennen." Und nachdem Christus sagt Matth. 19, 12: "Sie fassen nicht alle das Wort", da zeigt Christus an (welcher wohl gewusst hat, was am Menschen sei), dass wenig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben; denn Gott hat den Menschen Maennlein und Fraeulein geschaffen, Gen. 1, 28. Ob es nun in menschlicher Macht oder Vermoegen sei, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes durch eigen Vornehmen oder Geluebde Gottes der hohen Majestaet Geschoepfe besser zu machen oder zu aendern, hat die Erfahrung allzuklar gegeben. Denn was Gutes, was ehrbaren, zuechtigen Lebens, was christlichen, ehrlichen oder redlichen Wandels an vielen daraus erfolgt, wie greuliche, schreckliche Anruhe und Qual ihrer Gewissen viele an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage, und ihrer viele haben es selbst bekannt. So den Gottes Wort und Gebot durch kein menschlich Geluebde oder Gesetz mag geaendert werden, haben aus dieser und andern Ursachen und Gruenden die Priester und andere Geistlich Eheweiber genommen. So ist es auch aus den Historien und der Vaeter Schriften zu beweisen, dass in der christlichen Kirche vor alters der Brauch gewesen, dass die Priester und Diakonen Eheweiber gehabt [haben]. Darum sagt Paulus 1 Tim. 3, 2: "Es soll ein Bischof unstraslich sein, eines Weibes Mann." Es sind auch in Deutschland erst vor vierhundert Jahren die Priester zum Geluebde der Keuschheit vom Ehestand mit Gewalt abgedrungen, welche sich dagegen saemtlich, auch so ganz ernstlich und hart gesetzt haben, dass ein Erzbischof zu Mainz, welcher das paepstliche neue Edikt derhalben verkuendigt, gar nahe in einer Empoerung der ganzen Priesterschaft in einem Gedraenge waere um gebracht [worden]. Und daselbe Verbot ist bald im Anfang so geschwind und unschicklich vorgenommen, dass der Papst die Zeit nicht allein die kuenftige Ehe den Priestern verboten, sondern auch derjenigen Ehe, so schon in dem Stand lange gewesen, zerrissen; welches doch nicht allein wider alle goettlichen, natuerlichen und weltlichen Rechte, sondern auch den Canonibus (so die Paepste selbst gemacht) und den beruehmtesten Conciliis ganz entgegen und zuwider ist. Auch ist bei viel hohen, gottesfuerchtigen, verstaendigen Leuten dergleichen Rede und Bedenken oft gehoert, dass solch gedrungener Zoelibat und Beraubung des Ehestandes (welchen Gott selbst eingesetzt und frei gelassen) nie ke
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