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h an, mein Knie Erhielt sich kaum, und aller Kraft Des Geists bedurft' ich, aufrecht mich zu halten, Vor ihre Fuesse nicht zu fallen; kaum Vermocht' ich diesen Taumel zu zerstreun. Hier halte fest, mein Herz! Du klarer Sinn, Lass hier dich nicht umnebeln! Ja, auch sie! Darf ich es sagen? Und ich glaub' es kaum; Ich glaub' es wohl, und moecht' es mir verschweigen. Auch Sie! Auch Sie! Entschuldige sie ganz, Allein verbirg' dir's nicht: Auch Sie! Auch Sie! O dieses Wort, an dem ich zweifeln sollte, Solang ein Hauch von Glauben in mir lebt, Ja, dieses Wort, es graebt sich, wie ein Schluss Des Schicksals noch zuletzt am ehrnen Rande Der voll geschriebnen Qualentafel ein. Nun sind erst meine Feinde stark, nun bin ich Auf ewig einer jeden Kraft beraubt. Wie soll ich streiten, wenn Sie gegenueber Im Heere steht? Wie soll ich duldend harren, Wenn Sie die Hand mir nicht von ferne reicht? Wenn nicht ihr Blick dem Flehenden begegnet? Du hast's gewagt zu denken, hast's gesprochen, Und es ist wahr, eh' du es fuerchten konntest! Und ehe nun die Verzweiflung deine Sinnen Mit ehrnen Klauen aus einander reisst, Ja, klage nur das bittre Schicksal an Und wiederhole nur: Auch Sie! Auch Sie! Fuenfter Aufzug (Garten.) Erster Auftritt Alphons. Antonio. Antonio. Auf deinen Wink ging ich das zweite Mal Zu Tasso hin, ich komme von ihm her. Ich hab' ihm zugeredet, ja gedrungen; Allein er geht von seinem Sinn nicht ab Und bittet sehnlich, dass du ihn nach Rom Auf eine kurze Zeit entlassen moegest. Alphons. Ich bin verdriesslich, dass ich dir's gestehe, Und lieber sag' ich dir, dass ich es bin, Als dass ich den Verdruss verberg' und mehre. Er will verreisen; gut, ich halt' ihn nicht. Er will hinweg, er will nach Rom; es sei! Nur dass mir Scipio Gonzaga nicht, Der kluge Medicis, ihn nicht entwende! Das hat Italien so gross gemacht, Dass jeder Nachbar mit dem andern streitet, Die Bessern zu besitzen, zu benutzen. Ein Feldherr ohne Heer scheint mir ein Fuerst, Der die Talente nicht um sich versammelt: Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, Ist ein Barbar, er sei auch, wer er sei. Gefunden hab' ich diesen und gewaehlt, Ich bin auf ihn als meinen Diener stolz, Und da ich schon fuer ihn so viel getan, So moecht' ich ihn nicht ohne Not verlieren. Antonio. Ich bin verlegen, denn ich trage doch Vor dir die Schuld von dem, was heut geschah; Auch will ich meinen Fehler gern gestehn, Er bleibet deiner Gnad
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